Tafelhof:Utopia ist der Arbeitstitel für unser Jubiläums-Projekt. Seit über 25 Jahren ist das Theater Salz+Pfeffer im Stadtteil Tafelhof angesiedelt. Mit diesem Projekt öffnen wir unsere Türen für Raum und Zeit und lassen unserer Phantasie freien Lauf gefolgt/gepaart mit konkreten aktiven Schritten, sei dabei und lass Dich einfangen und begeistern.

Wie immer geht bei uns nichts ohne unsere Puppenensemble. ALEX, seit Jahren unser Nachhaltigkeitsmaskottchen, lebt (in Gedanken) schon vor, was sich ergeben könnte. Als Zeitreisendes Wesen berichtet ALEX aus verschiedenen Utopien:

Samstag, der 19.01.2047

Das Theater feiert dieses Jahr sein 50-Jähriges. Und da so viel passiert ist in den letzten Jahren, wollen wir das dieses Jahr gebührend feiern. Gerade hat eine Vorstellung begonnen.

Aus meinem kleinen Baumhaus an der Laterne sehe ich immer wieder gerne zu, was sich da so tut im Theater. Zugegeben: Von Außen kann ich nicht mehr ganz so gut reinschauen. Vor ein paar Jahren wurden die Scheiben im Glasbau mit einer neuen Solarfolie bezogen, die sich tagsüber abdunkelt, damit sich der Vorraum nicht so stark aufheizt. Seitdem wir das Foyer für eine Mischnutzung umgebaut haben, wächst Pfeffer im Glasbau. Wusstest du, dass Pfeffer bis zu zehn Meter hochranken kann? Ich schaue ihm so gerne beim wachsen zu.

Seit ich hier in meinem Häuschen an der Laterne wohne, hat sich so viel in den Straßen um uns herum verändert. Ich erinnere mich noch an die vom Auto dominierte, laute Stadt. Menschen, meist gestresst, versuchten schnellstmöglich von A nach B zu kommen. Nicht selten hat es an der Kreuzung gekracht.

Ich wohne hier nun ungefähr 25 Jahre. Anfänglich versuchte das Theater, sich für ein wenig mehr Fahrradfreundlichkeit vor dem Haus einzusetzen. Als Erstes wurden Fahrradständer direkt vor dem Haus errichtet. Im Zuge der damals an Fahrt gewinnenden E-Mobilität (erkennst du meinen Flachwitz?), konnten diese bald um eine Fotovoltaik Anlage erweitert werden. Dieses Konstrukt bot eine Überdachung der dort abgestellten Räder und generierte sonnengepowerten, freien Strom, der einem jeden Menschen zur Verfügung stand, der etwas aufladen musste.

Die Ladestation steht noch immer. Wir haben sie vor zehn Jahren um eine Lastenrad-Sharing-Station erweitert. Im Sommer stellen die Theater-Menschen auch gerne Stühle unter das Solardach, so dass Mensch auch draußen im Schatten eine Tasse Lupinenkaffee trinken kann. Ich vermisse Kaffee ein bisschen, also den „echten“. Ich mag den Geruch von frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Kaffee ist seit über einer Dekade jedoch eine Seltenheit. Dafür kommt der Lupinenkaffee direkt aus dem Gewächshochhaus am Beginn der Sandstraße, das ist mehr als regional.

Die Sandstraße: Die ist meine Lieblingsstraße. Ich flattre hier gerne durch, setze mich in einen der vielen Bäume entlang der Fußgänger*innen und Fahrradwege, schau Kindern beim Spielen zu (es gibt mehrere kleine Spielplätze) oder unterhalte mich mit den älteren Damen und Herren, die sich gerne auf die Bänke setzen, die entlang des Gehwegs stehen. Die Sandstraße ist eine der beliebtesten Straßen Nürnbergs. Besonders im Sommer, der auch in dieser Stadt mehr als heiß geworden ist, lädt die Straße zu einem Spaziergang ein. Die Bäume und der ausladende Laubengang, die dort vor 20 Jahren gepflanzt worden sind, kühlen die Straße um ein paar Grad herunter und bieten Schatten – eine Wohltat in den Tagen, an denen es in der Sonne 40 Grad oder mehr hat.

Ich erzähle dir gerne beim nächsten Mal mehr von der Sandstraße.

Jetzt aber habe ich noch etwas vor: Es schneit schon den ganzen Tag. Das ist so wundervoll! Denn Schnee ist echt selten geworden. Ein Räumfahrzeug schiebt gerade den frisch gefallenen Schnee vom Fahrradweg, auch wenn das Fahrzeug an sich ein seltener Anblick ist. Es ist gut, dass die Stadt schon lange sichere Fahrradwege zu ihrer Priorität erklärt hat. Diese Schneehäufchen laden sehr dazu ein, aus ihnen Schneemenschen zu bauen. Erinnerst du dich an Lui? Er steht noch immer vor dem Theater und bietet pflichtbewusst Informationen zum aktuellen Spielplan an. Ich habe manchmal den Eindruck, dass er etwas einsam aussieht. Deswegen möchte ich ihm ganz geschwind viele Schneefreunde bauen.
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