Geschichte des Theater Salz+Pfeffer

1997-2007: Theater der Puppen im KaLi

Die „Städtischen Kühnen“, das sind die beiden Nürnberger Figurentheater-Truppen Salz+Pfeffer und Tristans Kompagnons. Den einen – Wally Schmidt und Paul Schmidt – wurde ihre seit 1992 mehrfach erweiterte Spielstätte in Gibitzenhof endgültig zu klein, und die anderen – Tristan Vogt und Joachim Torbahn – wagen nach 10 Jahren ungebundenen Gastspiel-Daseins erstmals den Sprung in die Häuslichkeit.

Gemeinsame künstlerische Abenteuer („Hilletje Jans“, „Vogelkopp“) wurden schon erfolgreich bestanden. Nun haben sie die Kräfte gebündelt und mit dem Theater der Puppen im KaLi in Nürnberg endlich eine ganzjährige Spielstätte für Figurentheater etabliert.

Der Spielort KaLi – Nürnbergs ältestes Lichtspielhaus – ist in der ganzen Region ein Begriff. Die Lage, in beherzter Fortführung der „Kulturmeile“ zwischen Opernhaus und Plärrer, könnte zentraler nicht sein.

2004 findet in liebevoller Handarbeit der Umbau in großzügigere Räumlichkeiten statt, die mit neuem Glanz versehen wurden – Platz für Theatersaal, Studiobühne und das Foyer-Café.

Im Nürnberger Theater der Puppen im KaLi werden die Grenzen zwischen Mensch und Kunstfigur, zwischen Schau- und Puppenspiel immer wieder neu vermessen und verschoben.



seit 2008: Theater Salz+Pfeffer

Im April 2008 verabschieden sich Thalias Kompagnons  (ehemals Tristans Kompagnons) als Mitbetreiber der festen Spielstätte, um mehr Freiraum für Anderes zu haben.

2008 heißt es dann: Theater Salz+Pfeffer – Türen auf für neue Ideen!

Wally Schmidt: „Zum Zehnjährigen hat Dieter Stoll in der Abendzeitung gefordert: '... es kann noch schöner werden'. Also packen wir es an! Warum sollten wir ihn und unser Publikum enttäuschen!"

2012 wird das Haus schließlich mithilfe von Stiftungsgeldern und Zuschüssen intensiv renoviert und bietet seitdem in einem großen Saal für 120 Zuschauer Platz. Außerdem wird ein modernes, einladendes, offenes Theaterfoyer geschaffen. Die Akzeptanz durch das Publikum zeigt, dass das Konzept aufgeht.

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Es ist die Magie, die die beiden Theatergründer Paul Schmidt und Wally Schmidt zu dieser Theatersparte zieht. Das Übertragen der Sehnsüchte und Wünsche, der Aggressionen und Fragen auf die Welt der Dinge. Die unendlichen Möglichkeiten der bildnerischen Kunst mit dem darstellenden Spiel zu verbinden, sind der Forschungsort an dem sich die beiden passionierten Puppenspieler wohl fühlen. Das Material erschafft sich seine eigene Welt wie einen Spiegel unser menschlichen Abgründe oder als Hoffnungsgeber für eine bessere Zukunft. Die Gründung erfolgt 1983 – damals noch als reines Tourneetheater.

Das „KaLi“ (ehemaliges Kammer-Lichtspielhaus) war immer schon ein Ort der Kommunikation. Als Spielort für ein „Theater der kleinen Form“, zentral gelegen, am Rande der südwestlichen Altstadt, hat es sich nun seit über fünfzehn Jahren bewährt. Nürnberg ist als Stadt durchaus mit historischen Künsten verwoben und kann sich nicht nur stolz Kindertheaterhochburg nennen, sondern ist auch in der Figurentheaterszene eine Perle. Das Haus am Plärrer bietet kontinuierlich Neuproduktionen. Darunter sind nicht selten Uraufführungen, die anschließend in die Welt reisen und auch immer wieder von anderen Theatern adaptiert werden. Will ein Ort lebendig bleiben, so darf er seine Türen nicht verschließen. Kooperationen mit regionalen Gruppen und Künstler*innen standen und stehen dabei ebenso auf dem Plan wie Gastspiele. Mit dem Internationalen Figurentheaterfestival ist im Turnus von zwei Jahren zusätzlich hochkarätiges internationales Programm in der Stadt zu sehen.


Das Haus